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Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: die Checkliste

Eine neue Website soll mehr Anfragen bringen. Nach manchem Relaunch passiert das Gegenteil: Seiten verschwinden aus Google, alte Links führen ins Leere, die Besucherzahlen fallen. Das lässt sich vermeiden. Wir haben unsere eigene Website 2026 neu aufgebaut und sind dabei genau nach dieser Checkliste vorgegangen.

24.10.2026 · 8 Min · Von Alexander Hanke-Mellby

Moderne Holz-Glas-Kabine am Seeufer bei Nacht, drinnen ein Arbeitsplatz mit Bildschirm, darüber Polarlicht, das sich im Wasser spiegelt
Bild: Feuerpfeil

Warum Rankings beim Relaunch verloren gehen

Google kennt Ihre alte Website seit Jahren. Jede Adresse hat Signale gesammelt: Links von anderen Seiten, Klicks, Einordnung zu Suchbegriffen. Ändert sich die Adresse ohne Weiterleitung, beginnt die neue Seite bei null. Die alte meldet einen Fehler.

Dazu kommen typische Pannen: Die Testumgebung landet im Index, die neue Website ist für Suchmaschinen gesperrt, Seitentitel fehlen oder Inhalte wurden gekürzt. Jede dieser Pannen kostet Sichtbarkeit. Alle lassen sich vorher prüfen.

Planen Sie die SEO-Schritte deshalb von Anfang an ein. Wer erst nach dem Start an Weiterleitungen denkt, repariert unter Zeitdruck, während Besucher bereits auf Fehlerseiten landen.

Schritt 1: alle alten URLs erfassen

Bevor Sie etwas ändern, brauchen Sie eine vollständige Liste der bestehenden Adressen. Sie ist die Grundlage für alle Weiterleitungen.

  • Sitemap der alten Website herunterladen, meist unter /sitemap.xml zu finden.
  • Google Search Console auswerten: Welche Seiten bekommen Klicks und Impressionen?
  • Analytics prüfen: Welche Seiten werden besucht, welche bringen Anfragen?
  • Externe Links ansehen: Auf welche Unterseiten verlinken andere Websites?
  • PDFs und Bilder nicht vergessen, wenn sie direkt verlinkt oder gefunden werden.

Markieren Sie in der Liste die wichtigsten Seiten. Sie verdienen beim Relaunch besondere Sorgfalt.

Sichern Sie außerdem den aktuellen Stand. Notieren Sie für die wichtigsten Seiten Titel, Beschreibung, Hauptüberschrift und die Suchbegriffe, für die sie heute gefunden werden. Exportieren Sie die Leistungsdaten der Search Console für die letzten Monate. Nach dem Start brauchen Sie diese Zahlen als Vergleich, und nach einem Systemwechsel kommen Sie an manche alten Angaben nicht mehr heran.

Schritt 2: Weiterleitungen planen und testen

Jede alte Adresse bekommt ein Ziel auf der neuen Website. Dafür eignet sich eine einfache Tabelle mit zwei Spalten: alte URL, neue URL. Die Weiterleitung erfolgt per Statuscode 301, also dauerhaft. So überträgt Google die gesammelten Signale auf die neue Seite.

  • Thematisch passend weiterleiten: Die alte Leistungsseite zeigt auf die neue Leistungsseite. Pauschal auf die Startseite umzuleiten verschenkt Signale.
  • Ketten vermeiden: Eine alte URL soll direkt auf das Ziel zeigen, ohne Zwischenstation.
  • Varianten bedenken: mit und ohne www, mit und ohne Schrägstrich am Ende, http und https.
  • Gelöschte Inhalte: Gibt es wirklich keinen passenden Ersatz, darf eine Seite mit 410 oder 404 enden. Das sollte die Ausnahme bleiben.

Testen Sie jede Zeile der Liste. Im Terminal reicht dafür `curl -I https://ihre-domain.de/alte-seite`. In der Antwort sollten Sie den Status 301 und unter „location“ die neue Adresse sehen. Die neue Adresse selbst muss den Status 200 liefern. Bei vielen Adressen lohnt sich ein kleines Skript, das die ganze Tabelle abarbeitet.

  • 200: Die Seite ist erreichbar. So soll jede neue Zieladresse antworten.
  • 301: dauerhafte Weiterleitung. Richtig für alle alten Adressen.
  • 302: vorübergehende Weiterleitung. Beim Relaunch fast immer ein Fehler, weil Google die alte Adresse weiter im Blick behält.
  • 404: Seite nicht gefunden. Hier fehlt eine Weiterleitung.
  • 410: Seite bewusst entfernt.

Prüfen Sie die Liste zweimal: einmal auf der Testumgebung vor dem Start und noch einmal direkt nach dem Livegang auf der echten Domain. Server und Konfiguration unterscheiden sich oft, und Fehler zeigen sich erst im Live-Betrieb.

Schritt 3: Titel, Beschreibungen und Inhalte übernehmen

Seiten, die heute gut gefunden werden, haben dafür Gründe. Diese Gründe sollten den Relaunch überstehen.

  • Seitentitel und Meta-Beschreibungen der wichtigen Seiten übernehmen oder bewusst verbessern.
  • Überschriften und Kernaussagen erhalten. Wer Inhalte stark kürzt, verliert oft die Suchbegriffe, für die eine Seite gefunden wurde.
  • Canonical-Tags setzen: Jede Seite verweist auf ihre eigene, endgültige Adresse.
  • Alternativtexte für Bilder übernehmen oder neu schreiben. Sie helfen der Bildersuche und Menschen mit Screenreader.
  • Strukturierte Daten für Unternehmen, Artikel oder häufige Fragen ergänzen, wo sie passen.

Schritt 4: Testumgebung, Sitemap und Search Console

Während der Entwicklung liegt die neue Website meist auf einer Testadresse. Diese darf nicht in Google auftauchen. Beim Start muss die Sperre dann vollständig wieder weg sein.

  1. Testumgebung sperren: noindex im Kopf jeder Seite, zusätzlich ein Passwortschutz.
  2. Beim Start entsperren: noindex entfernen und die robots.txt prüfen. Das ist der häufigste Fehler beim Livegang.
  3. Neue Sitemap erzeugen, die nur erreichbare Seiten mit Status 200 enthält.
  4. Sitemap in der Google Search Console einreichen und die wichtigsten Seiten über die URL-Prüfung zur Indexierung anmelden.
  5. Domainwechsel melden, falls sich auch die Domain ändert. Die Search Console hat dafür ein eigenes Werkzeug.

Schritt 5: interne Links, Ladezeit und Mobilansicht

Weiterleitungen fangen alte Links ab. Auf der eigenen Website sollten trotzdem alle Links direkt auf die neuen Adressen zeigen.

  • Interne Links in Navigation, Fließtext und Fußzeile auf die neuen URLs umstellen.
  • Wichtige Seiten von mehreren Stellen aus verlinken, damit Besucher und Google sie leicht finden.
  • Ladezeit messen, besonders auf dem Smartphone. Große Bilder komprimieren und in modernen Formaten ausliefern.
  • Mobilansicht prüfen, Seite für Seite, auf echten Geräten.

Ein Relaunch ist auch eine gute Gelegenheit, die Website zu verbessern. Schnellere Ladezeiten, klarere Überschriften und bessere Alternativtexte helfen Besuchern und Suchmaschinen gleichermaßen. Achten Sie nur darauf, nicht alles gleichzeitig zu ändern. Wer Struktur, Domain und Inhalte in einem Schritt umbaut, kann später schwer erkennen, was eine Veränderung ausgelöst hat.

Schritt 6: nach dem Start beobachten

Die ersten Wochen nach dem Livegang entscheiden. Schwankungen in den Rankings sind normal, solange Google die neue Struktur verarbeitet. Fehler sollten Sie trotzdem sofort beheben.

  • 404-Fehler beobachten in der Search Console und in den Server-Logs. Fehlt eine Weiterleitung, ergänzen Sie sie.
  • Indexierung prüfen: Werden die neuen Seiten aufgenommen, verschwinden die alten?
  • Analytics fortführen: Messung, Ziele und Ereignisse ab dem ersten Tag auf der neuen Website einrichten, damit Sie Vorher und Nachher vergleichen können. Das Einwilligungsbanner muss dabei sauber funktionieren.
  • Formulare testen: Kommen Anfragen an? Ein stilles Formular fällt oft erst nach Tagen auf.

Aus unserer Praxis

Für den Relaunch von feuerpfeil.de im Jahr 2026 haben wir alle alten Adressen erfasst, jede Weiterleitung einzeln mit curl geprüft und die Search Console in den Wochen danach eng beobachtet. Mit dieser Checkliste arbeiten wir auch bei Kundenprojekten.

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

Verliere ich bei einem Relaunch meine Google-Rankings?

Nicht zwangsläufig. Mit vollständigen 301-Weiterleitungen, übernommenen Inhalten und einer sauberen Freigabe für Suchmaschinen bleiben die Rankings meist erhalten. Kurze Schwankungen in den ersten Wochen sind normal.

Was ist eine 301-Weiterleitung?

Eine dauerhafte Umleitung von einer alten auf eine neue Adresse. Besucher landen automatisch auf der richtigen Seite, und Google überträgt die Signale der alten Seite auf die neue.

Wie prüfe ich, ob meine Weiterleitungen funktionieren?

Mit dem Befehl curl -I und der alten Adresse im Terminal. Die Antwort sollte den Status 301 und die neue Adresse zeigen. Die neue Adresse muss den Status 200 liefern.

Muss ich eine neue Sitemap einreichen?

Ja. Erzeugen Sie nach dem Start eine Sitemap mit allen neuen Adressen und reichen Sie sie in der Google Search Console ein. So findet Google die neuen Seiten schneller.

Wie lange sollten Weiterleitungen bestehen bleiben?

Dauerhaft. Alte Adressen stehen in Lesezeichen, E-Mails und auf fremden Websites. Solange sie aufgerufen werden können, sollten sie weiterleiten.

Relaunch geplant? Wir prüfen vorher mit

Wenn Sie einen Relaunch planen, prüfen Sie Ihre aktuelle Website zuerst mit dem kostenlosen Website-Check. Im Erstgespräch gehen wir Ihr Vorhaben durch, von der URL-Liste bis zum Livegang. Mehr zu unserer Arbeit finden Sie unter Websites und Suchmaschinenoptimierung.