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Google-Unternehmensprofil richtig pflegen: mehr Anfragen

Wer „Elektriker Bayreuth“ oder „Zahnarzt in der Nähe“ sucht, sieht zuerst eine Karte mit drei Betrieben. Diese Einträge stammen aus dem Google-Unternehmensprofil. Für viele lokale Unternehmen ist es die wichtigste Quelle für Anrufe und Anfragen. Ein gepflegtes Profil kostet wenig Zeit und bringt messbar mehr Kontakte aus der Region.

24.10.2026 · 8 Min · Von Alexander Hanke-Mellby

Smartphone mit Kartenansicht, Standortmarkierung und fünf Sternen auf dem Tresen einer Bäckerei am Abend, daneben eine Kaffeetasse
Bild: Feuerpfeil

Dieser Beitrag zeigt, welche Angaben zählen, wie Sie Bewertungen sammeln und welche Fehler wir bei Betrieben in Bayreuth und Oberfranken immer wieder sehen. Sie brauchen dafür kein Fachwissen, nur etwas Regelmäßigkeit.

Warum das Unternehmensprofil so wichtig ist

Bei Suchen mit Ortsbezug zeigt Google die Kartenergebnisse ganz oben. Viele Menschen rufen direkt aus diesem Eintrag an, starten die Route oder öffnen die Website. Ihre eigene Website sehen sie oft erst danach.

Google wählt die Betriebe nach drei Kriterien aus: Relevanz für die Suche, Entfernung zum Suchenden und Bekanntheit. Auf die Entfernung haben Sie keinen Einfluss. Relevanz und Bekanntheit steuern Sie mit einem vollständigen, aktuellen Profil und guten Bewertungen.

Falls Sie Ihr Profil noch nicht übernommen haben, ist das der erste Schritt. Oft existiert bereits ein Eintrag, den Google selbst oder ein Kunde angelegt hat. Beanspruchen Sie ihn über Google und bestätigen Sie, dass Ihnen das Unternehmen gehört. Erst danach können Sie Angaben ändern, auf Bewertungen antworten und sehen, wie oft Ihr Eintrag angezeigt und angeklickt wird.

Die Grundlagen: Name, Kategorie, Leistungen

  • Name: genau so, wie Ihr Unternehmen im Alltag heißt. Zusätzliche Suchbegriffe im Namen verstoßen gegen die Richtlinien und können zur Sperrung führen.
  • Hauptkategorie: die wichtigste Einstellung überhaupt. Wählen Sie die Kategorie, die Ihr Kerngeschäft am genauesten beschreibt, etwa „Steuerberater“ statt „Beratung“.
  • Weitere Kategorien: ergänzen Sie nur solche, die wirklich zutreffen.
  • Leistungen und Produkte: Tragen Sie Ihre Leistungen einzeln ein, mit kurzer Beschreibung. Das hilft Google, Sie zu passenden Suchen anzuzeigen.
  • Beschreibung: Erklären Sie in wenigen Sätzen, was Sie anbieten, für wen und wo. Schreiben Sie so, wie Sie es einem Kunden am Telefon erklären würden.
  • Einzugsgebiet: Wenn Sie zum Kunden fahren, geben Sie die Orte oder Landkreise an, in denen Sie arbeiten.

Öffnungszeiten, Kontakt und Website-Link

Falsche Öffnungszeiten kosten Vertrauen. Wer vor verschlossener Tür steht, schreibt im schlimmsten Fall eine schlechte Bewertung.

  • Reguläre Öffnungszeiten vollständig eintragen.
  • Sonderöffnungszeiten für Feiertage, Betriebsurlaub und Brückentage rechtzeitig pflegen.
  • Telefonnummer angeben, unter der wirklich jemand erreichbar ist.
  • Website-Link auf die passende Seite setzen. Für Betriebe mit mehreren Standorten ist das jeweils die Standortseite.
  • Terminbuchung oder Kontaktformular verlinken, wenn Kunden direkt buchen oder anfragen sollen.

Prüfen Sie Ihr Profil hin und wieder aus Kundensicht. Suchen Sie auf dem Smartphone nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort, öffnen Sie den Eintrag und rufen Sie die angegebene Nummer an. Führt der Website-Link auf die richtige Seite? Stimmen die Zeiten? Google übernimmt manchmal Änderungsvorschläge von Nutzern. Deshalb lohnt der Blick auch dann, wenn Sie selbst nichts geändert haben.

Fotos und Beiträge: zeigen, dass Sie aktiv sind

Profile mit aktuellen Fotos wirken lebendig. Kunden wollen sehen, wie Ihr Betrieb aussieht, bevor sie anrufen oder vorbeikommen. Auch Kunden können Fotos zu Ihrem Profil hochladen. Schauen Sie diese regelmäßig durch und ergänzen Sie eigene, damit das Bild Ihres Betriebs stimmt.

  • Logo und Titelbild in guter Qualität.
  • Außenansicht, damit man Sie vor Ort erkennt, und den Eingang.
  • Innenräume, Team und Arbeit: echte Bilder aus Ihrem Alltag wirken stärker als Bilddatenbanken.
  • Regelmäßig neue Fotos, etwa von Projekten, Produkten oder Veranstaltungen.

Mit Beiträgen im Profil weisen Sie auf Neuigkeiten, Angebote oder Termine hin. Ein kurzer Beitrag im Monat reicht, um zu zeigen, dass der Eintrag gepflegt wird. Verlinken Sie im Beitrag auf die passende Seite Ihrer Website.

Fragen und Antworten im Blick behalten

Je nach Profil können Nutzer öffentlich Fragen stellen, etwa zu Parkplätzen, Barrierefreiheit oder Zahlungsarten. Antworten darf jeder, auch Fremde. Schauen Sie deshalb regelmäßig nach und antworten Sie selbst, kurz und freundlich.

Tragen Sie außerdem Merkmale wie „rollstuhlgerechter Eingang“ oder „Kartenzahlung“ im Profil ein. Viele Fragen beantworten sich damit von selbst. Wiederkehrende Fragen gehören zusätzlich auf Ihre Website, etwa in einen eigenen Abschnitt mit häufigen Fragen.

Bewertungen sammeln und beantworten

Bewertungen beeinflussen, ob Sie in der Karte erscheinen und ob jemand Sie anruft. Die meisten zufriedenen Kunden bewerten nur, wenn man sie darum bittet.

  • Direkt fragen: nach einem abgeschlossenen Auftrag oder Termin, persönlich oder per Nachricht.
  • Den Weg kurz machen: Ein Direktlink oder QR-Code führt ohne Umwege zum Bewertungsformular.
  • Fest einplanen: Wer jede Woche ein paar Kunden fragt, bekommt laufend neue Bewertungen.
  • Keine Belohnungen für Bewertungen anbieten und keine Bewertungen kaufen. Das verstößt gegen die Richtlinien und gegen das Wettbewerbsrecht.

Beantworten Sie jede Bewertung, auch die guten. Auf Kritik reagieren Sie sachlich, bedanken sich für den Hinweis und bieten ein Gespräch an. Andere Leser sehen vor allem, wie Sie mit Kritik umgehen. Wie sich Bewertungsanfragen automatisch verschicken lassen, zeigt unsere Seite Bewertungen.

Einheitliche Daten in allen Verzeichnissen

Google vergleicht Ihre Angaben mit anderen Quellen: Ihrer Website, Branchenbüchern, Kartendiensten und Bewertungsportalen. Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer überall überein, stärkt das Ihr Profil. Abweichungen schwächen es.

  • Eine Schreibweise festlegen für Firmennamen, Straße und Telefonnummer und überall gleich verwenden.
  • Website-Impressum und Fußzeile mit dem Profil abgleichen.
  • Alte Einträge korrigieren, etwa nach einem Umzug oder einer neuen Telefonnummer.
  • Doppelte Profile bei Google melden und zusammenführen lassen.

Werfen Sie zum Schluss einen Blick in die Statistik Ihres Profils. Dort sehen Sie, über welche Suchbegriffe Kunden Sie finden, wie oft sie anrufen, die Route planen oder die Website öffnen. Diese Zahlen zeigen Ihnen, ob sich Ihre Pflege lohnt und wo Sie nachbessern sollten. Ein fester Termin im Monat für Profil, Fotos und Bewertungen genügt für die meisten Betriebe.

Typische Fehler und häufige Fragen

Diese Fehler begegnen uns in der Praxis am häufigsten. Die meisten lassen sich in wenigen Minuten beheben:

  • Profil nie übernommen: Der Eintrag existiert, aber niemand im Betrieb hat Zugriff.
  • Zugang nur bei einer Person: Scheidet sie aus, ist das Profil verwaist. Geben Sie mindestens zwei Personen Zugriff.
  • Alte Telefonnummer oder Adresse nach Umzug oder Wechsel des Anbieters.
  • Feiertage vergessen: Das Profil zeigt geöffnet, die Tür ist zu.
  • Bewertungen ohne Antwort, besonders die kritischen.
  • Website-Link auf eine Seite, die es nicht mehr gibt, etwa nach einem Relaunch.
  • Fotos von vor zehn Jahren, die mit dem heutigen Betrieb nichts mehr zu tun haben.

Welche Fehler sehe ich bei Unternehmensprofilen am häufigsten?

Eine zu allgemeine Hauptkategorie, veraltete Öffnungszeiten, fehlende Fotos, unbeantwortete Bewertungen und Suchbegriffe im Firmennamen. Häufig fehlt auch der Link zur passenden Seite der Website.

Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?

Nein, das Profil selbst ist kostenlos. Sie brauchen ein Google-Konto und müssen bestätigen, dass Ihnen das Unternehmen gehört.

Wie oft sollte ich mein Profil aktualisieren?

Öffnungszeiten und Kontaktdaten sofort bei jeder Änderung. Fotos und Beiträge am besten monatlich, Bewertungen und Fragen mindestens wöchentlich prüfen und beantworten.

Darf ich negative Bewertungen löschen lassen?

Nur wenn sie gegen die Richtlinien verstoßen, etwa bei Beleidigungen, Falschbehauptungen oder Bewertungen ohne Kundenkontakt. Dann können Sie sie bei Google melden. Sachliche Kritik bleibt stehen, hier hilft eine ruhige, freundliche Antwort.

Hilft das Profil auch meiner Website bei Google?

Ja. Ein gepflegtes Profil mit Link zur Website, einheitlichen Kontaktdaten und guten Bewertungen stärkt Ihre Sichtbarkeit bei Suchen mit Ortsbezug.

Mehr Anfragen aus der Region

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