Plattform

Fahrer finden: Wie die Maisel Spedition Bewerber gewinnt

Die Maisel Spedition (Maisel Transport & Logistik) aus Creußen bei Bayreuth hat lange Fahrer gesucht: mit Headhuntern, mit Anzeigen, in Tschechien und in Polen. Dann haben wir die Website neu gebaut. Seitdem melden sich an manchen Tagen bis zu zehn Bewerber. So viele waren es vorher in einem halben Jahr.

11.10.2026 · 5 Min · Von Alexander Hanke-Mellby

Heck eines Sattelzugs der Maisel Spedition mit einem Aufkleber: Fahrerfigur, Gehaltsangabe und QR-Code zum Chat
Bild: Feuerpfeil

Fahrermangel: Das Problem, das jede Spedition kennt.

Wer in der Spedition zu wenige Fahrer hat, spürt es doppelt: Aufträge, die man nicht annehmen kann, und Fahrzeuge, die stehen, obwohl sie fahren sollten. Die Maisel Spedition hat dagegen viel versucht. Headhunter, Anzeigen im Ausland, jede Menge Aufwand. Gebracht hat es wenig.

Woran es lag

Nicht am Unternehmen, sondern an der Tür dorthin. Die Karriereseite war veraltet, es gab sie nur auf Deutsch, und es gab keinen einfachen Weg, Kontakt aufzunehmen. Ein Fahrer aus Tschechien oder Polen, der über einen Wechsel nachdenkt, schreibt kein Anschreiben in einer Sprache, die er nicht spricht. Er hat eine Frage, und er möchte sie sofort und in seiner Sprache stellen können.

Genau diese niedrige Schwelle fehlte. Und jede Hürde zählt: Wer nach zwei Minuten nicht weiß, wie er sich melden soll, ist weg.

Was wir geändert haben

Die neue Website der Maisel Spedition läuft auf der Feuerpfeil Business Plattform. Für die Fahrersuche heißt das:

  • Eine Karriereseite in der Muttersprache der Fahrer, mit allem, was man vor der ersten Frage wissen will.
  • Ein Sprachbot und ein Chatbot, per Text oder per Sprache, in jeder Sprache, die ein Bewerber mitbringt. Er beantwortet Fragen rund um die Stelle und den Ablauf, rund um die Uhr.
  • WhatsApp als Kanal. Viele schreiben genau dort, weil sie es ohnehin täglich benutzen.
  • Ein Formular auf der Seite, das einlädt, sich wenigstens zu melden, ohne Anschreiben und ohne Lebenslauf im ersten Schritt.

Der Chatbot ist gut angelernt und gibt auf jede dieser Fragen eine Antwort. Wer mehr wissen möchte, wird an die Personalverantwortlichen weitergeleitet. So entsteht aus einer Frage schnell ein Gespräch.

Der Aufkleber am Heck

Dazu kommt ein Detail, das fast zu einfach klingt, um zu funktionieren: ein Aufkleber auf dem Heck der Sattelzüge. Darauf steht eine klare Ansage, was ein Fahrer bei der Maisel Spedition netto im Monat verdienen kann, dazu eine Fahrerfigur, die wir Mike nennen, und ein QR-Code. Wer ihn scannt, landet direkt im Chat, wahlweise auf Deutsch, Tschechisch, Polnisch oder Slowakisch.

Das funktioniert hervorragend. Ein Fahrer, der im Verkehr hinter einem Lkw der Maisel Spedition steht, hat Zeit, den Code zu scannen. Und er sieht sofort, worum es geht. Kein Umweg über eine Stellenbörse, kein Formular mit zwanzig Feldern.

Ein Auftritt, der zum Angebot passt

Wer sich bewirbt, sieht sich die Firma an. Deshalb haben wir das Team vorgestellt und den Fuhrpark frisch fotografiert. Ergänzt haben wir das mit Bildern von Lkw im Einsatz, die mit KI erzeugt und als solche gekennzeichnet sind. Zusammen ergibt das ein Erscheinungsbild, das zu einer modernen Spedition passt und den Bewerbern zeigt, dass hier jemand vorangeht.

Was bisher passiert ist

Stand Mitte Oktober 2026

An manchen Tagen gehen bis zu zehn Bewerbungen ein, so viele wie früher in einem halben Jahr. In den ersten zwei Wochen nach dem Livegang der Website wurde ein neuer Fahrer unter Vertrag genommen, fünf weitere haben sich zur Probearbeit angemeldet. Ein zweiter Fahrer ist aussichtsreich und wird voraussichtlich ebenfalls eingestellt.

Für die Maisel Spedition heißt das: Kundenaufträge lassen sich wieder annehmen, und der Fuhrpark kommt in Bewegung. Das Dilemma, das die ganze Branche kennt, ist damit nicht gelöst, aber es ist deutlich kleiner geworden. Und die Spedition geht dabei mit neuer Technik voran, statt auf die nächste Anzeige zu hoffen.

Wie es weitergeht

Als Nächstes starten wir Werbung in den sozialen Netzwerken. Das erste Reel dafür, ebenfalls mit KI erstellt, ist schon fertig. Stefan Maisel von der Maisel Spedition zieht zum Jahresende Bilanz, was das alles gebracht hat. Wir sind gespannt und berichten, sobald die Zahlen da sind.

Was Sie daraus mitnehmen können

Der Ansatz funktioniert nicht nur bei Fahrern. Überall, wo Menschen eine Frage haben und keine Lust auf ein langes Formular, lohnt sich derselbe Weg: eine Seite in der Sprache der Zielgruppe, ein Bot, der sofort antwortet, ein Kanal, den man ohnehin benutzt, und eine Tür, die man in einer Minute durchschreitet. Das gilt für Bewerber genauso wie für Kundenanfragen, Terminwünsche oder Rückfragen von Lieferanten. Alles läuft in einem System: Website, Termine, Kontakte, Assistent und Automatisierung.

Sprechen wir darüber. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, wo bei Ihnen Menschen hängen bleiben, bevor sie sich melden. Erstgespräch buchen · Mehr zur Business Plattform · Die Referenz Maisel Spedition